Die Amazonas Kreuzfahrt - Beispiel
Urwaldriesen säumen die mächtigste Wasserstraße der Welt.
Der größte Fluss der Erde ist 6.800 Kilometer lang. Er hat rund 1.100 Nebenflüsse und ein 250 Kilometer breites Mündungsbecken. Der Amazonas beherrscht den tropischen Regenwald in Amazonien. Der mächtige Strom ist in seinem Mündungsgebiet sogar für große Kreuzfahrtschiffe schiffbar, die sonst die auf den drei Ozeanen unterwegs sind. Mehr Spaß aber bereitet eine Amazonas-Kreuzfahrt auf kleinen "Expeditionsschiffen". Im Idealfall können diese auch schmale Nebenflüsse ansteuern, wo der grüne Dschungel besonders nah ist. Fahrten im Zodiac tragen zur Mobilität bei und zollen der Abenteuerlust Tribut.
Ein guter Ausgangspunkt für die Reise auf dem Fluss der Flüsse ist Iquitos, die peruanische Hafenstadt am Fluss. Unzählige Seitenarme mit einem schier undurchdringlichen tropischen Regenwald bilden sich zwischen Iquitos und Pevas.
Mahagoni, Paranuss, Lianen und Luftwurzeln bilden den Wald. Den Rio Ampyacu aufwärts führt die Kreuzfahrt in das angestammte Land der Bora- und Huitolo-Indianer, die heute noch geschickt mit Blasrohr und Giftpfeil jagen.
Durch das Wasser nahe der Ilha da Botija pflügen häufiger Botas, die rosa Flussdelfine. Dagegen ist die Amazonas-Seekuh äußerst selten geworden. Die Flussschiffe gleiten an Teppichen aus Riesenseerosen vorüber. Diese Victoria Amazonica ist kreisrund und groß wie ein Wagenrad. Ein Naturschauspiel wartet dort, wo die dunklen Wasser des Rio Negro auf das senffarbene des Rio Solinoes treffen. Die Farben vermischen sich erst nach vielen Kilometern Fahrt.
Manaus heißt die Großstadt und Metropole des brasilianischen Teils von Amazonien. Sie ist der große Umschlagplatz. Um 1900 wurde Manaus Dank der Kautschukbarone eine (neu-)reiche Stadt. Damals entstand auch das Teatro Amazonas, eine ziemlich größenwahnsinnige Kopie der Grand Opera von Paris.
Manaus ist Ausgangspunkt für Expeditionen in das komplexe Ökosystem des tropischen Regenwaldes mit mehr als 10.000 Baumarten, 2.000 Vogelarten und 250 Säugetierarten. Die bunte Welt der Vögel, Blüten und Schmetterlinge ist leider immer noch von Rodung bedroht.
Amazonien überrascht sogar mit einem Hauch von Karibik. Feinsten Sandstrand hat der Rio Tapajos in Alter do Chao bei Santarém zu bieten. Die Fahrt endet in Macapá, wo der Amazonas in den Atlantischen Ozean mündet, oder in Belém, Stadt der Mangobäume.
Wilde Tiere bekommt der Kreuzfahrer eher selten zu Gesicht. Der Dschungel ist voll von ihnen. Aber vor allem die Säugetiere – Tapir, Puma, Jaguar – verstecken sich gut. Lautlos präsentiert sich das Grün. Aber dann ist das Brüllen der Affen und das Kreischen der großen Papageien hier allgegenwärtig.
Die beste Reisezeit in Amazonien sind die Monate Dezember bis März. Mit einzelnen kräftigen Regengüssen ist täglich zu rechnen. Das Klima ist feucht-tropisch, sehr schwül, und die Luftfeuchtigkeit beträgt oftmals über 90 Prozent.